{"id":545,"date":"2017-01-23T08:42:03","date_gmt":"2017-01-23T06:42:03","guid":{"rendered":"http:\/\/test4.forum-5w.ch\/?p=545"},"modified":"2017-03-03T08:45:54","modified_gmt":"2017-03-03T06:45:54","slug":"artikel-zsz-beugiareal-19-1-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/test4.forum-5w.ch\/?p=545","title":{"rendered":"Artikel ZSZ Beugiareal 19.1.17"},"content":{"rendered":"<p>Z\u00fcrichseeZeitung 19. Januar 2017<\/p>\n<p><strong>Dorfzentrum<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zuerst gab es nur eine Variante, wie das Areal des fr\u00fcheren Altersheims Beugi genutzt werden soll. Jetzt sind es drei, aus denen die Stimmberechtigten w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen dabei weit in die Zukunft schauen.<\/strong><\/p>\n<p>Der Zolliker Gemeinderat k\u00f6nnte in der Zentrumsentwicklung dem\u00adn\u00e4chst zu einem Marschhalt gezwungen werden. Hart umk\u00e4mpft ist zurzeit das Bauland mitten im Dorf, das dank des nicht mehr ben\u00f6tigten Altersheims Beugi frei wird. Am 22. M\u00e4rz wird ein Entscheid fallen, in welche Richtung es weitergeht. An diesem Tag befindet die Gemeindeversammlung \u00fcber zwei Ini\u00adtiativen, die in Widerspruch stehen zu jenem Projekt, das der \u00adGemeinderat in den vergangenen Jahren mit Zustimmung der Zol\u00adli\u00adker vorangetrieben hat.<\/p>\n<p>Eine gewisse Unruhe war dar\u00adum am Dienstagabend sp\u00fcrbar, als rund 120 Personen der Einladung des Gemeinderats folgten. Gemeinsam mit den Initianten nahm dieser im Gemeindesaal eine Auslegeordnung vor. Zurzeit gibt es drei Varianten f\u00fcr das 6200 Quadratmeter grosse Gebiet: jene der Gemeinde, jene von Initiant Stephan Br\u00e4ndli vom Forum 5W und jene von Initiant und Alt- \u00adGemeinderat J\u00fcrg Widmer (SVP).<\/p>\n<p>In der Diskussion zeigte sich rasch: Die Meinungen im Saal \u00adwaren \u00e4usserst kontrovers. Kritische Anmerkungen gab es zu allen Vorhaben \u2013 sowohl aus dem Publikum als auch vonsei\u00adten des Gemeinderats und der Initianten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Projekt der Gemeinde: Ein Investor baut, Coop zieht ein<\/strong><\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich gab es nur eine Variante f\u00fcr das Zolli\u00adker Dorfzentrum: Die Zolli\u00adker Stimm\u00adberechtigten hatten Mitte 2015 den Gemeinderat damit beauftragt, ein Projekt f\u00fcr das Beugi-Areal auszuarbeiten. Zu diesem Zweck sprach die Gemeindeversammlung einen Planungskredit von 690 000 Franken. Seither hat sich einiges getan: So liegt ein Entwurf eines Gestaltungsplans vor, der den rechtlichen Rahmen absteckt f\u00fcr f\u00fcnf Bauten mit rund 60 Mietwohnungen, Gewerbefl\u00e4chen im Parterre, einer Tiefgarage sowie einem Grossverteiler im Untergeschoss. Der voraussichtliche Mietzins einer 3\u00bd-Zimmer-Wohnung soll 2200 bis 2400 Franken betragen. Die \u00dcberbauung w\u00e4re im Idealfall bis 2021 fertig.<\/p>\n<p>Bauen will die Gemeinde nicht selber. Sie m\u00f6chte das Areal im Baurecht abgeben und hat dazu einen Investor suchen lassen. Der Vertrag mit diesem soll 82 Jahre lang gelten. Die Gemeinde w\u00fcrde einen j\u00e4hrlichen Baurechtszins von einer Million Franken einnehmen. Gemeindepr\u00e4sidentin Katha\u00adrina Kull-Benz (FDP) liess am Informationsabend durchblicken, dass die Suche schon weit fortgeschritten ist: \u00abEs sind noch zwei Anbieter im Rennen\u00bb, sagte sie.<\/p>\n<p>Der Gemeinderat hat auch \u00adbereits einen Interessenten f\u00fcr die Ladenfl\u00e4che: Mit Coop hat die Beh\u00f6rde einen Vorvertrag abgeschlossen. Dazu gab es kritische Fragen: So wollte jemand wissen, weshalb der Vertrag \u00advorab auf zehn Jahre beschr\u00e4nkt sei, und was passiere, wenn der Grossverteiler nach 25 Jahren wieder ausziehe. Die Antwort der Beh\u00f6rde: Der Baurechtsnehmer habe die Verpflichtung, immer einen Grossverteiler im Unter\u00adgeschoss einzumieten. Sorge bereitete einigen Anwesenden auch das Verkehrsaufkommen, speziell auf der Zollikerstrasse, die als Zufahrt zur Tiefgarage und zum Coop dient.<\/p>\n<p><strong>Projekt Br\u00e4ndli: Die Gemeinde baut, Coop zieht ein<\/strong><\/p>\n<p>Gar nicht angetan von den Pl\u00e4nen der Gemeinde ist Stephan Br\u00e4ndli vom Forum 5W, einem kommunalen Verein, der sich als Alternative zu den Ortsparteien sieht. Ihn st\u00f6ren drei Punkte: Die Dauer des Baurechtsvertrags sei zu lange. Urspr\u00fcnglich seien nur 66 Jahre vorgesehen ge\u00adwesen, sagte er an der Informationsveranstaltung. Auch die Entsch\u00e4digung f\u00fcr den sogenannten Heimfall findet er stossend. Wenn die \u00dcberbauung nach 82 Jahren wieder in die H\u00e4nde der Gemeinde \u00fcbergeht, muss Zolli\u00adkon dem Investor 80 Prozent des aktuellen Werts zahlen. Weiter kritisiert Br\u00e4ndli, dass die Gemeinde den Architekturwettbewerb nicht selber durchf\u00fchrt, sondern dies dem Baurechtsnehmer \u00fcberl\u00e4sst. Sein Fazit: \u00abDie Gemeinde darf die Liegenschaft im Dorfzentrum nicht aus den H\u00e4nden geben.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Br\u00e4ndli schl\u00e4gt vor, dass die Gemeinde das Areal selber bebaut, und etwa so, wie sie es schon heute vorsieht: mit Mietwohnungen, Tiefgarage und Fl\u00e4chen f\u00fcr Coop und Gewerbe. Das erm\u00f6gliche ihr gr\u00f6sstm\u00f6g\u00adliche Flexibilit\u00e4t, was wichtig sei. Denn: \u00abHeute kennt niemand unsere k\u00fcnftigen Bed\u00fcrfnisse.\u00bb<\/p>\n<p>Gest\u00fctzt auf eine eigens daf\u00fcr in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie sagte das Mitglied der Zolliker Rechnungspr\u00fcfungskommission: \u00abEine \u00dcberbauung in Eigenregie ist finan\u00adzierbar.\u00bb Renditen und Risiken seien gut absch\u00e4tzbar. Dem widersprach Finanzvorstand Urs Fellmann (FDP). Er rechnete vor, dass es bei Investitionskosten von rund 55 Millionen Franken 70 Jahre dauern w\u00fcrde, bis die Schulden getilgt seien. Seine Kalkulation zogen allerdings mehrere Anwesende in Zweifel, sie wurde sogar als tendenzi\u00f6s bezeichnet. Fellmann verteidigte weiter die verl\u00e4ngerte Dauer des Baurechtsvertrags: Dank dieser sei es einfacher, gute Investoren zu finden.<\/p>\n<p><strong>Initiative Widmer: Genossenschaft baut, Coop kommt nicht<\/strong><\/p>\n<p>Eine dritte Variante stellte Alt- Gemeinderat J\u00fcrg Widmer (SVP) vor. \u00abWir haben das Gef\u00fchl, dass der Gemeinderat die Bedenken der Bev\u00f6lkerung nicht richtig aufgenommen hat\u00bb, sagte er. Der Vizepr\u00e4sident der Neuen Baugenossenschaft Zolli\u00adkon sprach im Namen aller f\u00fcnf Baugenossenschaften im Dorf. Diese wollen den Gemeinderat dazu verpflichten, das Beugi-Areal im Baurecht an die Genossenschaften abzugeben. \u00abEs ist ein zentral gelegenes Areal, und es w\u00e4re schade, wenn wir es falsch bebauen w\u00fcrden\u00bb, sagt Widmer. Konkret heisst das: Die Zolli\u00adker Genossenschaften sollen auf dem Areal preisg\u00fcnstige Wohnungen erstellen k\u00f6nnen, etwa f\u00fcr Familien und Senioren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gemeindepr\u00e4sidentin Katharina Kull-Benz fand diese Forderung offenbar etwas vermessen: \u00abDie Baugenossenschaften m\u00f6chten nicht in Konkurrenz zu anderen Anbietern stehen und verlangen, dass das Gel\u00e4nde exklu\u00adsiv an sie abgegeben wird\u00bb, umschrieb sie das Anliegen der Initianten. Demgegen\u00fcber habe der Gemeinderat ein anderes Ziel: \u00abWir m\u00fcssen die beste L\u00f6sung f\u00fcr die gesamte Bev\u00f6l\u00adkerung finden.\u00bb Zu reden gab auch, dass Widmer auf den Coop verzichten m\u00f6chte \u2013 anders als die \u00adGemeinde und Br\u00e4ndli. Da mit dem Grossverteiler jeder zum Einkaufen in die Tiefgarage \u00adfahre, werde sich niemand mehr im Dorf selber aufhalten. \u00abDer Dorf\u00adplatz wird dadurch entv\u00f6lkert\u00bb, sagte Widmer und sprach dabei vom \u00abZumiker Effekt\u00bb.<\/p>\n<p>Das Umgekehrte sei der Fall, lautete das Argument der anderen Seite: Ohne Grossverteiler werde das Zentrum verwaisen. Finanzvorstand Fellmann machte zudem darauf aufmerksam, dass mit Widmers Variante die Einnahmen der Gemeinde tiefer ausfallen w\u00fcrden, da die Genossenschaften einen verg\u00fcnstigten Baurechtszins verlangten. (Z\u00fcrichsee-Zeitung)<\/p>\n<p>Erstellt: 19.01.2017, 11:18 Uhr<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Z\u00fcrichseeZeitung 19. Januar 2017 Dorfzentrum Zuerst gab es nur eine Variante, wie das Areal des fr\u00fcheren Altersheims Beugi genutzt werden soll. Jetzt sind es drei, aus denen die Stimmberechtigten w\u00e4hlen k\u00f6nnen. 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